Beschreibung des Gesundheitssystems

WAS

In Deutschland ist das Gesundheitswesen dezentralisiert und wird selbstbestimmt von verschiedenen Anbietern geführt. Das deutsche Gesundheitssystem ist in drei Hauptbereiche unterteilt: Ambulante Versorgung, stationäre Behandlung (im Krankenhaus) und Reha-Einrichtungen. Die zuständigen Einrichtungen die das Gesundheitssystem mit tragen, sind die Verbände und VertreterInnen der verschiedenen AnbieterInnen und Berufsgruppen, Krankenversicherer, regulierende Organe und das Bundesministerium für Gesundheit.

WIE

Das deutsche Gesundheitssystem basiert auf vier Prinzipien:
(1) Pflichtversicherung: Die BürgerInnen müssen grundsätzlich pflichtversichert sein, (Gesetzliche Krankenversicherung – GKV) – vorausgesetzt, ihr Bruttoeinkommen liegt unter einer festgelegten Grenze (Versicherungspflichtgrenze). Jede Person, die mehr verdient, kann sich privat versichern (Private Krankenversicherung – PKV).
(2) Finanzierung durch Beiträge: Das Gesundheitssystem wird hauptsächlich durch die Beiträge finanziert, die von dem/der versicherten ArbeitnehmerIn und dessen/deren ArbeitgeberIn bezahlt werden.
(3) Solidaritätssystem: Im deutschen Gesundheitssystem tragen die pflichtversicherten Mitglieder gemeinsam das individuelle Risiko eines Einkommensverlustes und die Kosten von medizinischen Behandlungen im Falle einer Krankheit. Jede Person, die pflichtversichert ist, hat das gleiche Anrecht auf Behandlung – unabhängig von ihrem Einkommen und der Beitragshöhe. Die Beiträge basieren nur auf dem Einkommen.
(4) Prinzip der Selbstverwaltung: Während der Staat die Bedingungen für die medizinische Betreuung schafft, liegt der weitere spezifische Ablauf, die Organisation und die Finanzierung von individuellen medizinischen Leistungen in der Verantwortung der rechtlich dafür vorgesehenen, selbstverwaltenden Organe innerhalb des Gesundheitssystems. Diese bestehen aus Mitgliedern, die die Ärzte/ Ärztinnen, Zahnärzte/Zahnärztinnen, Psychotherapeuten/Psychotherapeutinnen, die Krankenhäuser, Versicherungsfirmen und die versicherten Menschen vertreten. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) ist das höchste Organ der Selbstverwaltung innerhalb der gesetzlichen Pflichtversicherung. Federal Joint Committee http://www.english.g-ba.de

GUT ZU WISSEN

Falls Sie über Nacht zur Behandlung in einem Krankenhaus bleiben, wird dies als „stationäre Behandlung“ bezeichnet. Zusätzliche Gebühren werden für Unterbringung und Gerichte berechnet, die nicht von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt werden. Diese Gebühren werden in einem „Vertrag“ zwischen dem/der Patient/Patientin festgelegt, bevor die Behandlung stattfindet.

WO

In Deutschland werden ambulante Behandlungen hauptsächlich von freiberuflichen Ärzten/Ärztinnen, Zahnärzten/Zahnärztinnen, Psychotherapeuten/ Psychotherapeutinnen und anderen Gesundheitsberufen in deren eigener Praxis durchgeführt. Viele Ärzte/Ärztinnen sowie Zahnärzte/Zahnärztinnen haben eine Kassenzulassung (Zulassung der gesetzlichen Pflichtversicherung), die es ihnen ermöglich, jede Person zu behandeln die pflichtversichert ist.

Viele Menschen gehen zuerst zu ihrem/ihrer Hausarzt/Hausärztin, wenn sie krank sind oder andere gesundheitliche Probleme haben. In Deutschland werden Allgemeinärzte/-ärztinnen, Internisten/Internistinnen und Kinderärzte/-ärztinnen als Hausärzte/Hausärztinnen bezeichnet. Diese Ärzte/Ärztinnen können Sie dann an einen/eine Spezialisten/Spezialistin überweisen – etwa einen/eine Dermatologen/Dermatologin oder Frauenarzt/Frauenärztin – bei besonderen medizinischen Problemen. Es ist auch möglich ohne Überweisung direkt zu einem/einer Facharzt/Fachärztin zu gehen.
Stationäre Behandlung: Viele Krankenhäuser in Deutschland behandeln alle Patienten und Patientinnen, egal ob sie gesetzlich oder privat versichert sind. Große Krankenhäuser werden oft vom Staat oder der Gemeinde finanziert. Wohltätige Krankenhäuser oder von Kirchen geführte Krankenhäuser werden von Organisationen wie dem Roten Kreuz oder religiösen Gruppen geleitet. Es gibt auch viele privat geführte Krankenhäuser, von denen einige nur Privatpatienten/Privatpatientinnen behandeln. Diese Krankenhäuser sind oft kleiner und spezialisierter.